Kauft nicht beim Spammer!

Wer sich bei Gewinnspielen der adRom einträgt, kann seine persönlichen Daten auch gleich an sämtliche Plakatwände im ganzen Land anschlagen lassen. Keines der Gewinnspiele lässt sich ohne Einwilligung zur Werbung mitmachen, der Widerruf des Einverständnisses wird gekonnt ignoriert und die Mailadresse ist verbrannt. Seltsamerweise finden sich immer noch Firmen, die auf den Adressbestand der adRom zurückgreifen, dabei haben viele schon Unterlassungserklärungen abgeben müssen.

Die Koppelung eines Gewinnspieles an die Zustimmung zur Werbung ist rechtswidrig:
Wettbewerbswidrige Gewinnverlosung durch Kopplung der Gewinnspielteilnahme mit einer Einverständniserklärung zur Datenweitergabe – OLG Köln, Urteil vom 12.09.2007, Az.: 6 U 63/07

Dazu kommt, daß sich die „Werbepartner“ nicht einfach am Adresspool der adRom bedienen dürfen, es ist für jede Firma ein eigenes Werbeeinverständnis der einzelnen „Kunden“ einzuholen. Leider ist die Raffgier inzwischen so groß, daß sich die Firmen nicht daran halten. Die im Verhältnis zum Gewinn relativ niedrigen Bußgelder scheinen das zu rechtfertigen.

Es ist also Aufgabe des Kunden, zu entscheiden, wo er kauft. Bei einem Spammer zu kaufen ist eine schlechte Entscheidung. Über 80% des Emailverkehrs ist Spam. So etwas unterstützt man nicht, das kommt ungelesen in den Papierkorb.

Man kann den Firmen das Leben ein wenig schwerer machen, indem man eine Auskunft nach §34 BSDG anfordert, welche Daten gespeichert sind und an wen die weitergegeben wurden. Praktischerweise sollte man gleichzeitig auf eine Sperrung seiner Daten bestehen, auch auf eine Sperrung bereits an andere Unternehmen weitergegebener Daten.

Sollte keine oder nur eine unbefriedigende Auskunft gegeben werden, kann man den Landesdatenschutzbeauftragten des Bundeslandes, wo die Firma ihren Sitz hat, um Hilfe bitten.

Auch die Verbraucherzentralen sind eine gute Anlaufstelle für sowas, sie können das Unternehmen im Bedarfsfall wettbewerbsrechtlich abmahnen.

Viel wichtiger ist es allerdings, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Hier ein paar Tips:

  • Wergwerf-Emailadresse verwenden
  • Schreibfehler in den Namen einbauen (Hilft bei der Rückverfolgung)
  • Emails nie im HTML-Format empfangen, nur Text
  • Keine Abmeldelinks klicken
  • Sipgate gibt Telefonnummern mit Ortsvorwahl aus (Voip)

Im Zweifelsfall sollte man lieber die Finger von einem Gewinnspiel lassen, bevor man den Briefkasten voll Altpapier hat und der Datensatz wie wild gehandelt wird.

Niemand hat etwas zu verschenken!

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